
Der Schmerz beginnt im Nacken oder am Hinterkopf und zieht von dort über eine Kopfseite nach vorne, manchmal bis hinter das Auge. Er wird schlimmer, wenn du den Kopf lange in derselben Position hältst oder in bestimmte Richtungen drehst, und besser, wenn du dich bewegst und entlastest. Wenn dir das bekannt vorkommt, sind deine Kopfschmerzen möglicherweise zervikogen, das heisst: Sie entstehen in der Halswirbelsäule. Und genau dort lassen sie sich auch behandeln.
Wie der Nacken Kopfschmerzen auslöst
Die oberen Gelenke der Halswirbelsäule und die tiefe Nackenmuskulatur sind über Nervenbahnen eng mit den schmerzverarbeitenden Zentren des Kopfes verschaltet. Ist die Beweglichkeit der oberen Halswirbelsäule eingeschränkt oder die umliegende Muskulatur dauerhaft verspannt, können diese Signale als Kopfschmerz wahrgenommen werden, obwohl die eigentliche Störung im Nacken sitzt. Hinzu kommt der Dauerzug der verspannten Muskeln an ihren Ansätzen am Hinterhaupt, was dort ebenfalls schmerzen kann. Häufige Auslöser sind langes Arbeiten mit vorgeneigtem Kopf, eine über Jahre eingeschliffene Haltung oder ein früheres Schleudertrauma.
Typische Anzeichen zervikogener Kopfschmerzen
Meist einseitiger Schmerz, der vom Nacken oder Hinterkopf nach vorne zieht
Auslösbar oder verstärkbar durch bestimmte Kopfbewegungen oder anhaltende Haltungen
Besserung bei Entlastung und Bewegung
Spürbar eingeschränkte Beweglichkeit der oberen Halswirbelsäule
Oft begleitet von Nackenschmerzen oder Verspannungsgefühl
Die Abgrenzung ist nicht immer einfach: Drückt der Schmerz beidseitig und dumpf, spricht das eher für Spannungskopfschmerzen; pulsiert er einseitig mit Übelkeit, eher für Migräne. Im Befund prüfen wir das gezielt, unter anderem, ob sich dein Kopfschmerz über den Nacken auslösen und verändern lässt.
Behandlung bei BodyLab: am Ursprung ansetzen
Bei zervikogenen Kopfschmerzen behandeln wir in der Physiotherapie die Halswirbelsäule selbst. Mit Manueller Therapie mobilisieren wir die eingeschränkten Gelenke der oberen Halswirbelsäule sanft und gezielt, ergänzt durch die Behandlung der verspannten Muskulatur. Parallel bauen wir mit dir die tiefe Nackenmuskulatur auf und arbeiten an Haltung und Arbeitsplatz, damit die Beweglichkeit erhalten bleibt. Je nach Befund ergänzen unsere Osteopathen die Behandlung mit osteopathischen Techniken für Halswirbelsäule und Schädelbasis. Gerade für diese Kombination aus Mobilisation und Übungen ist die Studienlage gut, mit anhaltenden Effekten über Monate. Die Details findest du in unserem Beitrag zur Studienlage.
Akut? Oft noch am selben Tag ein Termin
Akute Schmerzen halten sich nicht an Wartelisten.
Deshalb bekommst du bei uns kurzfristig einen Termin, oft noch am selben Tag. Buche online oder ruf uns an:
Wann zur Ärztin oder zum Arzt?
Kopfschmerzen sind selten gefährlich. Geh aber sofort in ärztliche Abklärung bei einem dieser Zeichen:
Plötzlicher, noch nie so starker Kopfschmerz, mögliche Blutung im Kopf
Fieber und steifer Nacken zusätzlich zum Kopfschmerz, mögliche Hirnhautentzündung
Kopfschmerzen neu nach einem Sturz, Unfall oder Schlag auf den Kopf, Verletzung ausschliessen
Plötzliche Sehstörungen, Sprachprobleme, Lähmungen, Taubheit oder Gangunsicherheit, mögliche Schlaganfall-Zeichen
Kopfschmerzen erstmals ab etwa 50 oder rasch zunehmend
Taubheit, Kribbeln oder Kraftverlust in Arm oder Hand
Diese Zeichen sind selten. Und trifft nichts davon zu, steht deiner Behandlung bei uns nichts im Weg.
Wer übernimmt die Kosten?
Physiotherapie wird mit ärztlicher Verordnung von der Grundversicherung übernommen, nach einem Unfall von der Unfallversicherung beziehungsweise der Unfalldeckung deiner Krankenkasse.
Die Osteopathie buchst du direkt, ohne Verordnung; sie läuft über die Zusatzversicherung für Alternativ- und Komplementärmedizin.
Ob Physiotherapie oder Osteopathie: Als Selbstzahler bist du jederzeit willkommen, an Behandlung und Zeit ändert das nichts. Was deine Behandlung kostet, findest du unter Tarife und Kostenübernahme.
Ja. Die obere Halswirbelsäule und die Nackenmuskulatur sind nerval eng mit dem Kopf verschaltet. Eingeschränkte Gelenkbeweglichkeit und verspannte Muskeln können deshalb Schmerzen auslösen, die du im Kopf spürst, obwohl ihr Ursprung im Nacken liegt. Dazu kommt der ständige Zug verspannter Muskeln an ihren Ansätzen am Hinterkopf, der dort ebenfalls Schmerzen auslösen kann.
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