
Ein Schmerz ganz unten im Rücken, meist einseitig, mal stechend beim Aufstehen, mal dumpf nach langem Sitzen: Oft steckt das Iliosakralgelenk (ISG) dahinter, die straffe Verbindung zwischen Wirbelsäule und Becken. Viele kommen mit den Worten "mein ISG ist blockiert" zu uns, vom Arzt gehört oder selbst gegoogelt. Was wirklich dahintersteckt, klären wir gemeinsam, und behandeln lässt es sich gut.
Was das ISG ist und warum es schmerzt
Das ISG ist kaum beweglich, aber hochbelastet: Es überträgt bei jedem Schritt die Kraft zwischen Oberkörper und Beinen. Gerät es unter ungewohnte Belastung, etwa durch langes Sitzen, einseitige Arbeit, eine Schwangerschaft oder einen Tritt ins Leere, reagieren Gelenk, Bänder und umliegende Muskulatur gereizt. Typisch ist ein einseitiger Schmerz über dem Gesäss, der beim Drehen im Bett, beim Aufstehen oder Treppensteigen zwickt und manchmal in den Oberschenkel ausstrahlt, selten bis unters Knie.
"Blockiert", was heisst das wirklich?
Das Bild vom blockierten ISG ist verbreitet, und es beschreibt gut, wie es sich anfühlt. Mechanisch verkantet ist das Gelenk dabei in aller Regel nicht: Meist erzeugen gereizte Strukturen und eine Schutzspannung der Muskulatur das Gefühl von Blockade. Für dich heisst das: Was Spannung und Reizung ist, lässt sich lösen und vor allem aktiv beeinflussen.
Wie wir behandeln
Die Untersuchung steht am Anfang: Mit klinischen Tests grenzen wir ein, ob dein ISG die Quelle ist oder ob Lendenwirbelsäule, Hüfte oder Muskulatur mitspielen. Die Osteopathie ist beim ISG in ihrem Element: Sie behandelt das Zusammenspiel von Becken, Wirbelsäule und Hüfte mit manuellen Techniken und löst die Schutzspannung rundherum. Die Physiotherapie macht das Ergebnis stabil: Übungen für Rumpf, Gesäss und Hüfte geben dem Becken die Führung zurück, die es braucht. Beides greift ineinander, mit einem gemeinsamen Plan.
ISG und Schwangerschaft
In der Schwangerschaft lockern Hormone die Bänder rund ums Becken, das ISG verliert an Halt und meldet sich häufig. Sanfte Behandlung und angepasste Übungen können spürbar entlasten; mehr dazu findest du auf unserer Schwangerschafts-Seite.
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Wann zur Ärztin oder zum Arzt
Rückenschmerzen sind selten gefährlich. Geh aber sofort in ärztliche Abklärung bei einem dieser Zeichen:
Lähmungen oder plötzliche Schwäche in Fuss oder Bein
Taubheit im Genitalbereich
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Fieber zusätzlich zum Rückenschmerz
Schmerzen nach einem Sturz (bei älteren Menschen zählt auch ein leichter)
Tiefsitzender Kreuzschmerz, der dich über Wochen vor allem nachts und frühmorgens weckt und mit Steifigkeit einhergeht (dahinter kann eine entzündliche Ursache stecken)
Diese Zeichen sind selten. Und trifft nichts davon zu, steht deiner Behandlung bei uns nichts im Weg.
Wer übernimmt die Kosten?
Physiotherapie wird mit ärztlicher Verordnung von der Grundversicherung übernommen, nach einem Unfall von der Unfallversicherung beziehungsweise der Unfalldeckung deiner Krankenkasse.
Die Osteopathie buchst du direkt, ohne Verordnung; sie läuft über die Zusatzversicherung für Alternativ- und Komplementärmedizin.
Ob Physiotherapie oder Osteopathie: Als Selbstzahler bist du jederzeit willkommen, an Behandlung und Zeit ändert das nichts. Was deine Behandlung kostet, findest du unter Tarife und Kostenübernahme.
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