Holistische Thorax Untersuchung und Behandlung

Holistische Thorax Untersuchung und Behandlung

Interne Weiterbildung bei BodyLab

 

BodyLab | Zürich

Osteopathie und Physiotherapie | Rehabilitation und Training

Zürich Altstetten

An einer unserer internen Weiterbildung bei uns im BodyLab Osteopathie und Physiotherapie | Rehabilitation und Training in Zürich befassten wir uns mit dem Thema «holistische Thorax Untersuchung und Behandlung».

Eine Bewegungseinschränkung oder -störung im Gebiet des Thorax kann verschiedenste Beschwerden verursachen, welche entweder lokal Probleme oder Schmerzen bereiten (z.B. im Bereich der Brustwirbelsäule (BWS) oder dem Verlauf der Rippen) oder Ausstrahlungen hervorrufen (z.B. Arm-, Nacken- und Kopfgebiet) können. Dies kommt unter Umständen aufgrund der biomechanischen Verbindungen all dieser beteiligten Gelenke: So macht als Beispiel bei einer Kopfdrehung neben der Halswirbelsäule (HWS) auch die Brustwirbelsäule bis zum ca. 4 Brustwirbelkörper (TH4) eine gleichseitige Mitbewegung in Richtung der Rotation.

Und auch bei einer maximalen Armhebung müssen die letzten Grade der Schulter durch eine Streckung (Extension) in der BWS erfolgen, da das Schultergelenk alleine das volle Bewegungsausmass nicht erreichen könnte.

Bewegt so als Beispiel die Wirbelsäule oder ein beteiligtes Gelenk nicht unterstützend mit, kann es zu Überlastung beteiligter Gelenke mit Schmerzen und Symptomen und/oder zu Bewegungseinschränkungen kommen.

Anatomische Gegebenheiten

In der Theorie haben wir erst die verschiedenen Bestandteile des Thorax und deren Funktionen etwas vertieft angeschaut und besprochen.

Zum Thorax gehört die Brustwirbelsäule (BWS), die Rippen, das Sternum, die intrathorakalen Faszien, sowie das Diaphragma.

Brustwirbelsäule und Rippen

Die BWS setzt sich aus 12 thorakalen Wirbeln zusammen und bildet eine anatomische Kyphose.

Die zwölf Rippen können unterteilt werden in meist 5-6 sternale Rippen, welche direkt mit knorpeliger Verbindung am Brustbein (Sternum) befestigt sind, 4 asternale Rippen welche über Knorpelverbindungen mit den anderen Rippen am Rippenbogen befestigt sind und 2 freistehende (fliegende) Rippen.

Mit der Brustwirbelsäule ist jede Rippe über 2 verschiedene synoviale Gelenke (je nach Höhe mit einem einzelnen Wirbelkörper oder mit zwei verschiedenen Wirbelkörper und der dazwischen liegenden Bandscheibe) wie auch mit dem Querfortsatz (P. transversus) eines thorakalen Wirbels verbunden.

Obwohl wir die Rippen bei jedem Atemzug brauchen und sie auch bei Bewegungen der Brustwirbelsäule mitbewegen müssen, so wenig sind wir uns Bewusst wie kompliziert das ganze System aufgebaut ist und wie viele Gelenke dabei beteiligt sind. Alle, welche einmal eine blockierte, nicht richtig laufende Rippe hatten wissen jedoch wie störend schmerzhaft dies sein kann!

Sternum und Manubrium

Das Sternum besteht aus drei wichtigen Bestandteilen: dem Manubrium sterni, dem Corpus sterni und dem Processus xiphoideus (Diaphragma).

An unserem Skelett kann dies gut beobachtet werden und man kann dies auch gut bei sich selber palpieren.

Dabei ist jeweils die zweite Rippe beim Übergang vom Manubrium zum Corpus zu finden.

Diaphragma

Das Diaphragma (Zwerchfell), ein Muskel, spannt sich zwischen dem unteren Rippenbogen (Arcus costae) aus und ist ebenfalls noch an der Wirbelsäule angemacht.

Es wurde uns einmal mehr klar, wie wichtig und welch grossen Einfluss das Diaphragma unter anderem auch auf das skelettale System haben kann. Und wie oft das Diaphragma, dieser so wichtige Muskel, vergessen wird in der Therapie. Dabei gibt es einige Regionen und Stellen, wo das Diaphragma sowohl direkt als auch indirekt doch gut zugänglich und für manualtherapeutische Interventionen erreichbar ist!

Intrathorakale Faszien

Zu den wichtigsten intrathorakalen Faszien gehört die Pleura und das Pericard, welche weiter anatomisch unterteilt und differenziert werden können und an der Wirbelsäule (Pleura, C6/7), am cervicothorakalen Übergang (CTÜ, Lig. vertebropericardiaca des Pericard) und Manubium bzw Corpus sterni / Diaphragma (lig. sternopericardiaca sup. und inf.) ansetzen.

Über das fasziale System sind die Strukturen des Thorax miteinander verbunden und es macht Sinn, dass darüber auch Zug und so eventuelle Probleme auf das skelettale System entstehen.

Das Palpieren und Ertasten dieser Strukturen haben wir dann sogleich aneinander ausprobiert und trainiert. Es ist immer sehr spannend, auch einmal die Rollen zu tauschen und als «Patient» zu fungieren.

Etwas vom wichtigsten aus unserer Sicht bei manueller Diagnostik ist das Spüren und Interpretieren der Endgefühle. Die Endgefühle geben wichtige Hinweise, welche Gewebe nicht richtig bewegen und funktionieren.

Wir konnten uns viel Zeit nehmen und mit dem Support von unseren langjährigen Therapeuten und Osteopathen konnten wir so aneinander üben und die Endgefühle von verschiedenen Personen und deren Spannungen ertasten, zu spüren und zu vergleichen.

Aufgrund all dieser biomechanischen Zusammenhänge und dem Zusammenspiel der verschiedenen Körperteile, Organfaszien und Strukturen kann es sein, dass nicht direkt beim bestehenden Schmerzpunkt behandelt wird, sondern an einer anderen, entfernteren Stelle. Es kann sein, dass Schulterschmerzen vorne beim Sternum (Brustbein) behandelt werden und so der Schmerz in der Schulter minimiert wird.

Dies erfordert jedoch ein fundiertes Wissen der Anatomie des Körpers und ist die hohe Kunst der diagnostischen Interpretation.

Es ist uns in dieser Weiterbildung wieder einmal deutlich geworden, dass immer der ganze Körper betrachtet werden sollte. Denn die Zusammenhänge erklären sehr oft wieso Beschwerden zurückkehren können, wenn die unterliegenden, eigentlich auslösenden Ursachen nicht behandelt und behoben worden sind.

Auch bieten diese Weiterbildungen Raum für spannende Diskussionen und Erfahrungsaustausch, was wir bei BodyLab pflegen und fördern.

Und gibt auch Platz, sich im Team weiter und in anderen Umständen besser kennen zu lernen.

Dies bringt uns als Therapeuten, aber auch als Praxis weiter. Dadurch profitieren natürlich auch unsere Patienten und Kundinnen.

Nach solchen Weiterbildungen freut man sich und ist motiviert, neue Techniken, Skills oder Ansichten auszuprobieren und anzuwenden.

Und wie bei uns im BodyLab gehört nach einer strengen, intensiven Weiterbildung ein gemeinsames Nachtessen dazu….

Durch die verschiedenen Spezialisten ist BodyLab bestens für jedes Problem ausgerichtet.

Wenn Sie uns brauchen, wir sind gerne für Sie da!

Ihr BodyLab Team – Ihre Spezialisten nach körperlichen Verletzungen

Osteopathie und Physiotherapie | Rehabilitation und Training

Zürich Altstetten

 

Titelbildnachweis:

anonym, Vesalius 164frc, als gemeinfrei gekennzeichnet, Details auf Wikimedia Commons
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